Spotify hat angeblich seine Maßnahmen gegen das unerlaubte Teilen von Premium Family-Plänen verschärft. Nach einem Bericht von Music Business Worldwide verlangt der Streaming-Dienst von einigen Nutzern einen Nachweis, dass sie mit dem Hauptkontoinhaber zusammenleben, was über eine QR-Code-Verifizierung vor Ort erfolgen soll[1].
Das ist passiert
Laut Music Business Worldwide müssen einige Premium Family-Mitglieder nun durch das Scannen eines QR-Codes in der mobilen Spotify-App vor Ort nachweisen, dass sie mit dem Planmanager zusammenleben[1]. Mitglieder, die diese Überprüfung nicht bestehen oder nicht innerhalb von sieben Tagen abschließen, werden für zwölf Monate von der Teilnahme an einem anderen Family- oder Duo-Plan ausgeschlossen[1]. Diese Änderung wurde von Spotify nicht öffentlich kommuniziert, ist aber in der Support-Dokumentation des Unternehmens beschrieben[1].
Die US-Abonnementbedingungen von Spotify für Family- und Duo-Pläne legen bereits fest, dass der Hauptkontoinhaber und alle Unterkontoinhaber Familienmitglieder sein müssen, die an derselben Adresse wohnen[1]. Bereits 2018 testete Spotify eine GPS-basierte Standortüberprüfung für Family-Plan-Abonnenten in vier Märkten, darunter die USA und Deutschland[1].
Hintergrund der Maßnahmen
Goldman Sachs schätzte in seinem Bericht 'Music in the Air' vom 15. Oktober, dass ein „bedeutender Anteil“ der Family-Plan-Nutzer Freunde sind, die sich einen Plan teilen, um Kosten zu sparen[1]. Die Investmentbank schlug vor, dass Musik-Streaming-Dienste „periodische Adress-/Standortüberprüfungen“ für Multi-User-Pläne einführen könnten, ähnlich dem Vorgehen von Netflix gegen das Teilen von Passwörtern[1].
Einordnung
Die mutmaßliche Verschärfung der Nutzungsbedingungen durch Spotify könnte weitreichende Auswirkungen auf die Zugänglichkeit von Musik für Konsumenten haben. Wenn ein erheblicher Teil der Nutzer Family-Pläne zur Kostensenkung nutzt, könnten diese Maßnahmen dazu führen, dass viele ihren Zugang zu vergünstigten Abonnements verlieren[1]. Dies könnte wiederum dazu führen, dass einige Nutzer auf kostenlose, werbefinanzierte Angebote zurückgreifen oder den Dienst ganz verlassen, was die Einnahmen der Künstler und Labels beeinflussen könnte.
Solche Schritte sind auch im Kontext des Wettbewerbs zwischen Streaming-Plattformen zu sehen. Während einige Dienste möglicherweise versuchen, die Einhaltung ihrer Nutzungsbedingungen strenger durchzusetzen, könnten andere Plattformen versuchen, Nutzer durch flexiblere oder günstigere Angebote anzuziehen. Die Balance zwischen Einnahmensicherung und Nutzerfreundlichkeit bleibt eine zentrale Herausforderung für die Streaming-Anbieter.
Was noch offen ist
Es ist derzeit unklar, ob Mitglieder, die die QR-Code-Überprüfung nicht bestehen, den Zugang zu ihrem aktuellen Plan verlieren, da dies in der QR-Code-Sektion der Support-Seite nicht explizit erwähnt wird[1]. Ebenso ist nicht klar, ob diese Mitglieder dem gleichen Family- oder Duo-Plan wieder beitreten können[1]. Auch die Frage, ob die QR-Code-Verifizierung auch für den Duo-Plan gilt, bleibt offen, da die entsprechende Support-Seite für den Duo-Plan diese zum Zeitpunkt der Überprüfung durch Music Business Worldwide nicht erwähnte[1].
Hinweis der Redaktion
Diese Meldung ist bisher nicht von einer zweiten, unabhängigen Quelle bestätigt. Sie stützt sich auf folgende Quellen:
Wer sich für das Thema interessiert, prüft die Quellen am besten selbst (DYOR: Do Your Own Research).