Instagram hat am 31. August 2026 eine wichtige Änderung in seiner Kennzeichnungspolitik für Künstliche Intelligenz (KI) vorgenommen: Das bisherige 'AI creator'-Label wurde in 'AI-generated profile' umbenannt[1][2]. Diese Neuerung betrifft insbesondere Profile, die eine KI-generierte Person darstellen, und kann bei fehlender Kennzeichnung zu erheblichen Reichweitenverlusten führen[1][2]. Die Plattform reagiert damit auf die wachsende Frustration von Nutzern, die sich getäuscht fühlen, wenn sich ein menschlich wirkendes Profil als KI-generiert herausstellt[2][3]. Für unabhängige Künstler, die KI-Tools oder virtuelle Identitäten in ihrer Arbeit einsetzen, ergeben sich daraus neue Herausforderungen und strategische Überlegungen.
Das ist passiert
Nach Angaben von Instagram und verschiedenen Berichten wurde am 31. August 2026 das 'AI creator'-Label in 'AI-generated profile' umbenannt[1][2][3]. Profile, die eine KI-generierte Person zeigen, aber das neue Label nicht verwenden, könnten demnach Reichweitenverluste erleiden und von Empfehlungen ausgeschlossen werden[1][2][3]. Diese Einschränkung betrifft laut Berichten die Sichtbarkeit in den Empfehlungsbereichen von Reels und Explore, nicht jedoch die bei bestehenden Followern[1][2].
Das 'AI-generated profile'-Label ist speziell für Profile vorgesehen, bei denen die dargestellte Person, also Gesicht und Körper, durch KI generiert wurde, wie es beispielsweise bei virtuellen Influencern oder KI-Modellen der Fall ist[1][2]. Nutzer, die KI-Tools lediglich zur Bearbeitung von Fotos, zum Verfassen von Bildunterschriften oder zur Erstellung von Grafiken nutzen, sind von dieser Kennzeichnungspflicht nicht betroffen[1][2]. Instagram begründet die Änderung mit der Notwendigkeit, die Transparenz für die Nutzer zu erhöhen, da viele es nicht schätzen, wenn sich ein vermeintlich menschliches Profil als KI-generiert entpuppt[2][3].
Das 'AI-generated profile'-Label ist eine Offenlegung auf Profilebene und soll auf der Profilseite, in Suchergebnissen sowie neben Inhalten in Feed, Reels und Stories sichtbar sein[1]. Instagram begann bereits im Mai 2026 mit dem Testen des Vorgänger-Labels 'AI creator'[2]. Creator, die das alte Label verwendet haben, sehen nun den neuen Namen und können die Kennzeichnung überprüfen oder entfernen, falls sie nicht mehr zutrifft[1][3]. Bei vermuteter fehlerhafter Kennzeichnung können Creator Einschränkungen im Kontostatus überprüfen und Widerspruch einlegen[1][3]. Instagram betont, dass das Hinzufügen des Labels selbst die Reichweite nicht reduzieren soll[1]. Es handelt sich um ein separates System, das sich vom 'AI info'-Label für einzelne Posts und der Meta AI Chatbot-Funktion unterscheidet[1].
Einordnung
Die Einführung des 'AI-generated profile'-Labels durch Instagram ist ein weiterer Schritt in der Regulierung von KI-generierten Inhalten auf großen Plattformen. Während die Absicht, Transparenz zu schaffen und Nutzerfrustration zu mindern, nachvollziehbar ist, wirft die Umsetzung Fragen für Künstler auf, die KI als integralen Bestandteil ihrer kreativen Identität nutzen. Die Unterscheidung zwischen einer KI-generierten Person und der Nutzung von KI als Werkzeug zur Inhaltserstellung ist entscheidend. Dies könnte dazu führen, dass Künstler, die bewusst mit virtuellen Identitäten arbeiten, ihre Strategien anpassen müssen, um weiterhin sichtbar zu bleiben. Die Plattform versucht, eine Balance zwischen Innovation und Authentizität zu finden, was jedoch die kreative Freiheit und die wirtschaftliche Realität unabhängiger Künstler beeinflussen kann.
Was das bedeutet
Für Künstler, die virtuelle Identitäten oder KI-generierte Personen als Teil ihres künstlerischen Ausdrucks nutzen, bedeuten die neuen Richtlinien eine potenzielle Einschränkung ihrer Reichweite, sofern sie das Label nicht verwenden[1][2]. Dies könnte insbesondere unabhängige Künstler treffen, die auf die Empfehlungsalgorithmen von Instagram angewiesen sind, um neue Zielgruppen zu erreichen. Die Notwendigkeit der Kennzeichnung kann die Wahrnehmung ihrer Kunst beeinflussen und die Interaktion mit dem Publikum verändern. Es stellt sich die Frage, wie die künstlerische Eigenständigkeit und die kreative Souveränität gewahrt bleiben können, wenn Plattformen zunehmend vorschreiben, wie Inhalte präsentiert werden müssen. Künstler müssen nun abwägen, ob die Offenlegung der KI-Generierung die Akzeptanz ihrer Kunst fördert oder ob sie als Stigma wahrgenommen wird, das die Verbindung zum Publikum erschwert. Die Abhängigkeit von Plattformen wie Instagram wird durch solche Regelungen weiter verstärkt, da die Sichtbarkeit direkt an die Einhaltung der Vorgaben gekoppelt ist.
Was noch offen ist
Es gibt noch Unsicherheiten bezüglich der genauen Anwendung der Regeln in Sonderfällen. Instagram hat keine klaren Richtlinien für Situationen veröffentlicht, in denen Künstler beispielsweise eine digitale Version ihres eigenen Gesichts verwenden oder eine Marke ein KI-Modell als ihr 'Gesicht' einsetzt[1]. In solchen Fällen empfiehlt Instagram, das Label zu verwenden, wenn die Person mit KI erstellt wurde[1]. Zudem hat Instagram keine Liste von Ländern oder Kontotypen veröffentlicht, die vom gestaffelten Rollout des Labels ausgeschlossen sind, was zu Unklarheiten bei der Verfügbarkeit führen kann[1].
Hinweis der Redaktion
Diese Meldung ist bisher nicht von einer zweiten, unabhängigen Quelle bestätigt. Sie stützt sich auf folgende Quellen:
- pcmonks: Instagram AI Profile Label Not Showing? Full Fix Guide 2026
- SocialDay: Instagram cuts reach for undisclosed AI profiles as deception undermines trust
- Instagram for Creators: Mehr Transparenz für KI-generierte Profile auf Instagram
- KTVU FOX 2 San Francisco: Meta removes controversial Instagram AI photo feature after social media backlash
- AI Weekly: Meta's Muse Image Uses Instagram Photos Unless You Opt Out | AI Weekly
- the Guardian: Meta ditches Muse Image AI feature because it ‘misses the mark’ on users’ privacy
Wer sich für das Thema interessiert, prüft die Quellen am besten selbst (DYOR: Do Your Own Research).