Instagram intensiviert seinen Wettbewerb mit YouTube und bietet ausgewählten YouTubern nach einem Bericht von Tubefilter, der sich auf Business Insider beruft, bis zu 500.000 US-Dollar an, um ihre Inhalte im neu eingeführten horizontalen Langformat „Features“ zu veröffentlichen[1]. Dieses Angebot, das bei 50.000 US-Dollar beginnen soll, zielt darauf ab, etablierte Talente von YouTube auf die Meta-Plattform zu ziehen und Instagrams Position im Bereich der TV-Nutzung und Werbeeinnahmen zu stärken[1].
Das ist passiert
Laut Tubefilter, unter Berufung auf Business Insider, bietet Instagram ausgewählten YouTubern bis zu 500.000 US-Dollar an, um Videos in seinem neuen horizontalen Langformat „Features“ zu posten[1]. Ein Sprecher von Meta bestätigte gegenüber Business Insider, dass Instagram derzeit „Features“-Inhalte direkt mit einigen Creatorn finanziert, um diese zu unterstützen[1]. Die genauen Details dieser Vereinbarungen sind vertraulich, doch Meta äußert sich gespannt auf die Inhalte, die dadurch entstehen[1].
Angebote sollen dem Bericht zufolge bei 50.000 US-Dollar beginnen, wobei einige Creator sechsstellige Summen und andere sogar bis zu einer halben Million US-Dollar erhalten haben sollen[1]. Instagram verlangt von den Creatorn, ihre Langform-Videos als „Features“ am selben Tag hochzuladen, an dem sie auf YouTube erscheinen, ohne dabei Exklusivität zu fordern[1].
Reza Izad von Underscore Talent bezeichnet diese Deals laut Business Insider als „aufregende Gelegenheit“ für YouTuber, da sie nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch eine potenzielle algorithmische Bevorzugung für ihre Inhalte bedeuten könnten[1]. Instagram plant, Ausschnitte von „Features“-Videos als Reels zu bewerben und auf der Explore-Seite sowie in anderen Bereichen der Plattform zu platzieren, inklusive eines Links zum vollständigen Langform-Upload[1].
Meta hat erklärt, dass es noch zu früh sei, ein langfristiges Monetarisierungsmodell für „Features“ zu kommunizieren, jedoch werden Wege erforscht, wie Creator von Marken, Fans und Instagram verdienen können, einschließlich leistungsbasierter Anreize[1]. Tessa Lyons, VP of Product bei Instagram, betonte bei der Einführung von „Features“ die etablierte TV-Zuschauerschaft und die Notwendigkeit von mehr als nur Kurzvideos für ein gutes TV-Erlebnis[1]. Instagram-Chef Adam Mosseri twitterte am 28. Oktober, dass man die wirtschaftlichen Aspekte verstehe und mehrere Optionen prüfe, um Langform-Creatorn die Bezahlung zu ermöglichen[1].
Einordnung
Dieser Vorstoß von Instagram in den Bereich der Langform-Videos mit erheblichen finanziellen Anreizen könnte die Landschaft der Online-Videoinhalte nachhaltig verändern[1]. Für unabhängige Künstler, insbesondere im Hip-Hop-Bereich, ergeben sich daraus sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Die Möglichkeit, Langform-Inhalte wie Dokumentationen, Interviews oder ausführliche Musikvideos auf einer zusätzlichen Plattform zu monetarisieren, ohne Exklusivität aufgeben zu müssen, könnte die Reichweite und Einnahmequellen diversifizieren[1].
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Konkurrenz um Aufmerksamkeit auf Instagram weiter zunimmt, wenn etablierte YouTuber mit großen Budgets und algorithmischer Bevorzugung in den Markt eintreten[1]. Die noch unklare langfristige Monetarisierungsstrategie für „Features“ lässt Fragen offen, wie unabhängige Künstler ohne direkte finanzielle Anreize langfristig von diesem Format profitieren können[1]. Es zeigt sich jedoch ein klarer Trend, dass Plattformen um die Gunst der Creator buhlen und dabei auch traditionelle Geschäftsmodelle aufbrechen.
Was das bedeutet
Für Künstler bedeutet Instagrams Strategie, dass die Bedeutung von Langform-Videoinhalten auf der Plattform wächst. Während Kurzvideos (Reels) weiterhin eine Rolle spielen, um Aufmerksamkeit zu generieren, könnten ausführlichere Formate neue Möglichkeiten für Storytelling, tiefere Einblicke in künstlerische Prozesse und die Entwicklung von Fan-Communities bieten[1]. Die Integration von „Features“ mit Reels und der Explore-Seite deutet darauf hin, dass Instagram eine kohärente Strategie verfolgt, um Zuschauer von kurzen zu langen Inhalten zu leiten[1].
Unabhängige Künstler könnten von der erhöhten Sichtbarkeit für Langform-Inhalte profitieren, auch wenn sie nicht direkt von Instagram finanziert werden. Die Notwendigkeit, qualitativ hochwertige und ansprechende Langform-Videos zu produzieren, könnte jedoch auch höhere Produktionskosten mit sich bringen. Die fehlende Exklusivität des Angebots ist ein wichtiger Aspekt, der Künstlern die kreative Souveränität bewahrt und es ihnen ermöglicht, ihre Inhalte weiterhin auf YouTube und anderen Plattformen zu verbreiten[1]. Dies könnte ein Modell für zukünftige Plattform-Deals sein, das Künstlern mehr Kontrolle über ihre Inhalte gibt.
Was noch offen ist
Es bleibt unklar, wie Instagram die angebotenen Beträge genau auszahlt, ob pro Video, pro Monat oder als einmalige Pauschalvergütung[1]. Ebenso ist offen, ob die Zahlungen durch leistungsbasierte Boni oder eine Beteiligung an Werbeeinnahmen ergänzt werden[1]. Die langfristige Monetarisierungsstrategie für „Features“ ist noch nicht vollständig dargelegt, was für Künstler, die nicht zu den direkt finanzierten Creatorn gehören, Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger Einnahmemöglichkeiten schafft[1]. Es wird entscheidend sein zu beobachten, wie Instagram ein nachhaltiges Modell für alle Langform-Creator entwickelt.
Hinweis der Redaktion
Diese Meldung ist bisher nicht von einer zweiten, unabhängigen Quelle bestätigt. Sie stützt sich auf folgende Quellen:
Wer sich für das Thema interessiert, prüft die Quellen am besten selbst (DYOR: Do Your Own Research).