Der Gemeinsame Ausschuss der Europäischen Aufsichtsbehörden (EBA, EIOPA und ESMA) hat sein jährliches Arbeitsprogramm für 2027 veröffentlicht. Dieses Programm legt die Prioritäten für die Bewältigung sektorübergreifender Risiken und die Stärkung der Koordination im Finanzsektor der Europäischen Union fest[1].
Die Schwerpunkte für das Jahr 2027 umfassen digitale operationale Resilienz, technologische Innovation, nachhaltige Finanzwirtschaft, Verbriefung und die sektorübergreifende Risikoüberwachung[1]. Insbesondere werden die Aufsichtsbehörden im Rahmen des Digital Operational Resilience Act (DORA) ihre Aktivitäten bezüglich kritischer IKT-Drittanbieter fortsetzen. Ziel ist es, die Bereitschaft des Finanzsektors gegenüber Cyberbedrohungen zu stärken[1].
Zudem wird der Gemeinsame Ausschuss die Auswirkungen technologischer Entwicklungen, einschließlich des zunehmenden Einsatzes von künstlicher Intelligenz und anderer digitaler Innovationen, bewerten[1]. Ein weiterer zentraler Pfeiler bleibt der Verbraucherschutz. Die ESAs werden ihre gemeinsame Arbeit an Themen fortsetzen, die Privatkunden betreffen, um informierte Finanzentscheidungen zu fördern und das Vertrauen in die EU-Finanzmärkte zu stärken[1].
Im Bereich der nachhaltigen Finanzwirtschaft wird das Gemeinsame Komitee die konsistente Anwendung des EU-Nachhaltigkeitsrahmens über alle Sektoren hinweg unterstützen[1]. Das Programm zielt darauf ab, die Ziele der Europäischen Kommission zu unterstützen, eine effiziente Spar- und Investitionsunion aufzubauen und eine Vereinfachungsagenda voranzutreiben. Dies soll durch effektivere Regulierung und Aufsicht bei gleichzeitiger Reduzierung unnötiger regulatorischer Belastungen erreicht werden[1].
Einordnung
Die Festlegung dieser Prioritäten durch die europäischen Aufsichtsbehörden unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cybersicherheit und digitaler Resilienz im Finanzsektor. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und der Verbreitung von Cyberbedrohungen ist die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten ein kritischer Faktor für die Finanzstabilität. Gleichzeitig zeigt die Fokussierung auf nachhaltige Finanzen die Bestrebungen, ökologische und soziale Aspekte stärker in die Finanzmärkte zu integrieren und die Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen. Die Bewertung technologischer Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz deutet auf eine proaktive Haltung hin, um Chancen zu nutzen und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Was das bedeutet
Für Finanzinstitute in der EU bedeutet dies eine fortgesetzte Notwendigkeit, ihre digitalen Infrastrukturen und Prozesse zu überprüfen und zu stärken, um den Anforderungen des DORA gerecht zu werden. Die verstärkte Aufmerksamkeit auf nachhaltige Finanzprodukte und -praktiken wird voraussichtlich zu einer weiteren Standardisierung und Transparenz in diesem Bereich führen. Die Zusammenarbeit der drei Aufsichtsbehörden soll eine kohärente Umsetzung der Regulierungen über verschiedene Sektoren hinweg gewährleisten und somit die Finanzstabilität in der gesamten Union fördern.
Was noch offen ist
Das genaue Veröffentlichungsdatum des Arbeitsprogramms für 2027 ist bisher nicht unabhängig bestätigt, obwohl der Inhalt sich auf die aktuellen Prioritäten bezieht[1].