Marketing und PR · Lektion 1 von 8
Dein Leben ist mehr als deine Markengeschichte
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Eine Markenerzählung ist eine Auswahl für einen bestimmten Zweck
Eine Biografie umfasst unzählige Ereignisse, Beziehungen, Rollen und Veränderungen. Eine Markengeschichte wählt daraus wenige Elemente aus, um Herkunft, Haltung oder Arbeitsweise verständlich zu machen. Sie ist daher ein Modell deines Weges und niemals die vollständige Person.
Vier Ebenen unterscheiden
- Ereignis: Was ist zu einer bestimmten Zeit beobachtbar geschehen?
- Erinnerung: Was und wie erinnerst du heute davon?
- Deutung: Welche Bedeutung gibst du dem Ereignis aus heutiger Sicht?
- Erzählung: Welche Auswahl und Reihenfolge nutzt du für ein Publikum und Ziel?
Erinnerung ist keine lückenlose Aufzeichnung. Perspektive und spätere Erfahrungen beeinflussen, was hervorgehoben wird. Das macht persönliche Erzählungen nicht wertlos. Es verlangt nur, subjektive Erinnerung nicht als vollständiges Protokoll aller Beteiligten auszugeben.
Die Funktion vor der Offenlegung
Frage vor jeder Geschichte: Welches Verständnis soll sie ermöglichen? Erklärt sie eine Arbeitsweise, eine Priorität oder ein Angebot? Liefert sie eine nützliche Unterscheidung? Wenn Intimität nur Aufmerksamkeit erzeugen soll, ohne einen relevanten Beitrag zu leisten, ist Zurückhaltung oft sinnvoller.
Du behältst Auswahl und Grenze
Öffentliche Sichtbarkeit hebt Privatsphäre nicht auf. Du kannst über eine Lernerfahrung sprechen, ohne Namen, genaue Orte, intime Details oder fremde Nachrichten zu veröffentlichen. Du kannst eine Geschichte später zurücknehmen oder anders rahmen, auch wenn bereits Erwartungen entstanden sind.
Keine rückwirkende Schicksalslinie
Im Rückblick wirken Ereignisse leicht so, als hätten sie notwendig zum heutigen Projekt geführt. Tatsächlich gab es meist Zufälle, Alternativen und offene Entscheidungen. Eine glaubwürdige Erzählung darf Zusammenhang herstellen, sollte aber Ungewissheit und Umwege nicht künstlich beseitigen.
Du nutzt eine Geschichte für dein Projekt. Die Geschichte erhält dadurch kein Recht auf deine gesamte Person.
📝 Aufgaben
Praxisaufgabe: Vier-Ebenen-Protokoll
- Wähle eine sichere Erfahrung mit Bezug zu deinem Projekt.
- Trenne Ereignis, heutige Erinnerung, Deutung und mögliche Erzählung.
- Formuliere die konkrete Funktion für das Publikum.
- Markiere private Details, die für diese Funktion nicht nötig sind.
- Notiere eine alternative Deutung oder einen möglichen Umweg.
Mini-Schritt: Entferne heute aus einer Geschichte ein intimes Detail, das keinen notwendigen Beitrag zur Aussage leistet.
❓ Quiz · 4 Fragen
Mehrere Antworten können richtig sein. Für den Kursabschluss brauchst du insgesamt mindestens 80 %.
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